Schüsselung (Randverformung) von Estrich

von Marco Treimer (Kommentare: 0)

Aufschüsselungen an Zementestrich

Von der Schüsselung des Estrichs spricht man, wenn eine Randverformung vorliegt. Hier heben sich die Randbereiche des Estrichs und die Fläche verwölbt sich konkav wie eine Schüssel. Mit dem Auge ist dieser Effekt häufig nur sehr schlecht zu sehen.

Wodurch tritt eine Aufschüsselung des Estrichs auf?

Meistens liegen bei der Verformung von Estrichen trocknungsbedingte Ursachen zu Grunde. Eine leichte Verformung des Estrichs ist hierbei normal und tritt fast immer auf. Eine stärkere Aufschüsselung eines Zementestrichs ist jedoch immer ein Problem. Aufgrund des Fußbodenaufbaus bei schwimmend verlegtem Estrich kann dieser lediglich zur Oberfläche hin trocknen. Bei der Estrichtrocknung macht man sich hierbei die sogenannte kapillare Wirkung zu Nutze. Hierbei wird der Estrich schonend getrocknet. Die unteren Estrichschichten geben ihre Feuchtigkeit durch sogenannte kapillare an die Oberfläche ab. Dieses Verfahren der Estrichtrocknung funktioniert jedoch nur, wenn der Estrich schonend und entsprechend langsam getrocknet wird.

Eine Aufschüsselung des Estrichs kann hierbei beobachtet werden, wenn die Oberfläche durch dauerhaftes Querlüften sehr schnell und zu stark getrocknet wird. Durch eine zu starke Oberflächentrocknung des Estrichs sieht in dieser zwar optisch trocken aus, konnte jedoch seine tiefer sitzende Feuchtigkeit nicht an die Oberfläche abgeben. Durch eine zu starke Trocknung verschließen sich zudem die Kapillare in dem Estrich. Durch den unterschiedlichen Feuchtigkeitsgehalt zwischen der Oberfläche und den tiefer liegenden Schichten des Estrichs wölbt sich dieser. Er schüsselt!

Wie kann eine Schüsselung des Estrichs vermieden werden?

Bei einer technischen Bautrocknung wird der Estrich bei entsprechender Berechnung der Bautrockner langsam und schonend durchgetrocknet. Bei der Berechnung der benötigten Trocknerleistung sollten Sie sich auf die Erfahrung von entsprechenden Fachfirmen verlassen können. Durch eine technische Bautrocknung wird die Gefahr der Schüsselung des Estrichs erheblich reduziert.

Wenn das Bauvorhaben gelüftet wird, sollte darauf geachtet werden, dass hier lediglich ein regelmäßiges Stoßlüften stattfindet. Eine dauerhafte Querlüftung in dem Objekt kann zur nachhaltigen Schädigung des Estrichs führen. Ist der Estrich stark geschüsselt, liegen die Randbereiche nicht mehr direkt auf der Dämmung auf. Folgt nun eine stärkere Gewichtsbelastung in den Randbereichen, kann der Estrich sogar brechen oder es bilden sich Risse an der Estrichoberfläche.

Welche Gefahren entstehen durch eine Schlüsselung des Estrichs?

Es ist durchaus möglich, einen Estrich, der geschüsselt ist, zu bearbeiten. Hierbei kommt oft Ausgleichsmasse zur Anwendung. Wenn es sich lediglich um eine leichte natürliche Schüsselung handelt, die auch bei einer technischen Bautrocknung in geringem Maße vorkommen kann, ist dieses auch problemlos möglich. Bei einer stärkeren Schüsselung folgt nach einigen Monaten oder teilweise auch Jahren ein Absenken der Randbereiche des Estrichs. Nun können Spannungsrisse im Bereich der verlegten Bodenbeläge wie Fliesen oder Parkett auftreten. Weiterhin ist es möglich, dass der Estrich auch nachträglich noch reißt, wenn zum Beispiel in den Randbereichen schwerere Regale aufgestellt worden. Im Rahmen von Schadensgutachten wurden bereits nachträgliche Absenkungen von 15-20 mm festgestellt.

Bei der Mehrzahl der festgestellten Schäden am Estrich war ein falsches Trocknungsverhalten die Ursache.

Zur Verhinderung derartiger Probleme lassen Sie sich gerne von uns beraten.

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